Alleine bei diesem Wort bekommen manche Hundebesitzer Gänsehaut. Ich würde sogar so weit gehen zu sagen, dass acht von zehn Hundebesitzern ein Problem bei der Begegnung ihres Hundes mit einem anderen Hund haben. Ob es nun ein „Spielen wollen“ oder aggressives Verhalten ist, die Bandbreite ist weit gesteckt. Viele fragen sich, wie man es nun richtig macht bzw. wie man seinen Hund an einem anderen Vierbeiner vorbei bekommt.

Grundsätzlich sollte man wissen, dass sich Hunde in freier Natur aus dem Weg gehen und dass es nur der menschlichen Wunschvorstellung entspricht, dass sich unsere „netten“ Hunde kennenlernen müssen. Kein Mensch der Welt würde auf die Idee kommen, in einer Stadt jeden Menschen zu begrüßen, der ihm entgegenkommt. Man würde nach kurzer Zeit eigenartige Blicke ernten. Wir müssen uns von der Vorstellung lösen, dass unser „Waldi“ alle Artgenossen toll zu finden hat. Das ist schlichtweg unnatürlich. Nichtsdestotrotz MUSS es möglich sein, mit seinem Hund an anderen Hunden problemlos und ohne großes „Tamtam“ vorbeigehen zu können.

Wie lautet also die Lösung?

So funktioniert es mit Sicherheit nicht:
Viele Menschen versuchen, ihren bereits reagierenden Hund, egal ob er bellt, sich freut oder wie ein Irrer zu dem anderen Hund zieht, über die Motivation an dem anderen Hund vorbeizubringen. Motivation heißt in diesem Fall: mit Futter, Spiel, Lob oder Ähnlichem. Diese Taktik führt leider zu nichts, warum? Den Hund motiviert in dieser Situation der andere Hund viel mehr, sei es zum Spielen oder zum Kämpfen. Gegenmotivation zu geben – also mehr Motivation als der andere Hund – ist bei einem ausgeprägten Verhalten schlichtweg nicht möglich. Selbst wenn sich ein Hund mit Futter am anderen vorbei „locken“ lässt, ist es so, als ob wir über eine Roststelle mit Farbe drüber lackieren würden, wir bekämpfen nicht die Ursache. Denn lässt man das Futter weg, fällt der Hund wieder in sein ursprüngliches Verhalten zurück. Außerdem würde der Hund so lernen, dass er beim Anbellen anderer Hunde mit Futter belohnt wird.

Wie gehen wir es also richtig an?

Voraussetzung ist eine sehr gute Leinenführigkeit! Es sollte möglich sein, seinen Hund im Alltag so zu führen, dass man die Leine mit zwei Fingern halten kann, ganz einfach gesagt, die Leine sollte durchhängen.

Wenn man jetzt einem Hund begegnet, ist es DAS Wichtigste, auf seinen Hund zu schauen, und damit meine ich, die Augen auf seinen Hund zu richten und nicht auf den anderen. Viele Hundebesitzer machen den Fehler und schauen bei der Hundebegegnung immer auf den anderen Hund, wie dieser reagiert oder was er macht, und bekommen nicht mit, dass der eigene Vierbeiner bereits auf den anderen Hund reagiert. Sie glauben, die Reaktion des eigenen Hundes komme aus dem Nichts, dabei hat der Hund schon fünf Meter vorher angefangen zu reagieren.

Ein Konflikt in der Natur baut sich in drei Stufen auf:

  1. Blickkontakt
  2. Oberflächenvergrößerung
  3. Der Knall

Das heißt, wir müssen schon beim Blickkontakt reagieren. Ein Auto, dass zu rollen beginnt, kann vom Menschen auf den ersten Zentimetern noch gestoppt werden. Jedoch nicht mehr, wenn es schon zwei Meter zurückgelegt hat. Genau so muss es bei der Hundebegegnung ablaufen. Sobald der Hund zu starren beginnt, muss ich reagieren.

Am besten korrigiert man den Hund, wie, ist jedem selbst überlassen, es hat sich jedoch eine starke, dominante Körpersprache in Kombination mit einer Trainingsdisk als sehr effizient erwiesen. Man wirft die Disk – in Kombination mit der Körpersprache – zwischen die Beine des Hundes. Im ungünstigten Fall trifft man den Hund an der Seite, aber das wird er überleben, solange er über drei Kilo hat, sehe ich darin kein Problem. Aber es reicht in der Regel, die Disk zwischen die Beine des Hundes zu werfen. Des Weiteren ist es absolut wichtig, die ganze Handlung stumm durchzuführen. Hierbei dürft ihr nicht auf die Leinenführigkeit vergessen. Viele Menschen sehen einen anderen Hund und fassen die Leine kürzer, dadurch bekommt man eine gespannte Leine und das verursacht Trieb nach vorne. Damit verstärken wir das Verhalten des Hundes unbewusst. Nur eine lockere Leine garantiert uns einen kontrollierten Hund, auch wenn dies jeglicher Vernunft zu spotten scheint. Durch die kurze Leine meinen viele, sie könnten den Hund besser „spüren“, um ihn so besser kontrollieren zu können.

Sollte das dennoch nicht funktionieren, ist es ratsam, sich einen Hundetrainer zu holen.

Aber auch hier gilt als Faustregel: immer vorher den Hund des Trainers beobachten! Dieser sollte wie eine Visitenkarte des jeweiligen Trainers sein, aber dazu kommen wir ein anderes Mal.

Ein Beitrag von Florian Günther

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